OpenAI-Mitgründer hielten nicht offengelegte Cerebras-Anteile — Prozess legt es offen
Greg Brockman bestätigte am 5. Mai unter Eid, dass er persönliche Cerebras-Anteile hielt, während er OpenAI dazu drängte, Milliarden in das KI-Chip-Unternehmen zu investieren — ohne Elon Musk jemals über diese Beteiligung in Kenntnis zu setzen. Die Aussage vor Gericht bestätigt, dass sowohl Brockman als auch Sam Altman als Treuhänder einer 501(c)(3)-Stiftung, die letztlich über 20 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen einbrachte, nicht offengelegte persönliche Interessen an Cerebras hielten.
Was die Quellen tatsächlich belegen
Der Austausch im Gerichtssaal ist eindeutig. Auf die Frage, ob er während der Verhandlungen „tatsächlich Eigentümer von Cerebras" gewesen sei, sagte Brockman aus: „Es gab eine gewisse Überschneidung zwischen den Gesprächen und meiner Investorenstellung bei Cerebras. Ja." Als er gebeten wurde, eine E-Mail, eine Chat-Nachricht oder einen Text zu nennen, mit der er Musk über diese Beteiligung informiert hatte, verneinte Brockman durchgehend. Auf die Frage nach persönlichem Vorteil räumte er ein: „Ich nehme an, ja, aber das war mir damals nicht bewusst."
Der finanzielle Zeitverlauf macht den Interessenkonflikt konkret. Brockmans Cerebras-Beteiligung datiert auf das Jahr 2017. Bis Dezember 2025 hatte OpenAI einen 10-Milliarden-US-Dollar-Vertrag mit Cerebras unterzeichnet und dem Unternehmen zusätzlich 1 Milliarde US-Dollar als Darlehen gewährt. Bis Februar 2026 hatte sich die Bewertung von Cerebras allein aufgrund der OpenAI-Zusagen von 8 auf 23 Milliarden US-Dollar verdreifacht. Bis April 2026 weitete OpenAI seine Zusagen auf über 20 Milliarden US-Dollar bis 2029 aus, und Cerebras reichte seinen Börsengang bei einer potenziellen Bewertung von 26,6 Milliarden US-Dollar ein — dem Ausstiegsevent, an dem beide Mitgründer hätten partizipieren können.
Ein paralleles Offenlegungsversagen betrifft Altman: Gerichtsbeweise deuten darauf hin, dass er separat in Cerebras investiert hatte, und Gerichtsakten belegen, dass er 51 Millionen US-Dollar OpenAI-Mittel in ein Chip-Startup leitete, das er persönlich unterstützte — während er dem US-Senat mitteilte, er habe keine „direkten" Investitionen in OpenAI. Gary Marcus, der den Prozess granular kommentierte, wies darauf hin, dass Altman gleichzeitig über Y Combinator indirekte OpenAI-Anteile hielt. Das kalifornische Stiftungsrecht stuft diese Arrangements explizit als Eigennutz ein.
Strategische Einordnung
Die Cerebras-Enthüllungen ordnen den Prozess als Corporate-Governance-Fallstudie ein — nicht als persönliche Auseinandersetzung mit Musk. Unternehmen, die auf OpenAI-Infrastruktur aufbauen, sollten den Ausgang verfolgen: Ein Urteil gegen die OpenAI-Führung könnte deren Beschaffungsautorität einschränken und operative Unsicherheit in einem KI-Stack erzeugen, den viele Teams als Fundament ihrer Infrastruktur gesetzt haben.


